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Sakura Budo Science Vienna?
#1
Was hat ein Text über den Management MBA Japan, ein Lehrgang, in dem "erstmals geballtes Management-Wissen auf traditionelle fernöstliche Weisheit" 1 trifft, der mehr als 22.000 Eu. kostet (über 300 000 Schilling also) und (neben anderen Möglichkeiten) als Voraussetzung die "Hochschulreife", also die Matura verlangt, und gleichzeitig "mehr mentale Stärke [...] und Gelassenheit durch Erlernen von Budo- und Zen-Prinzipien" verspricht 2, sowie das gesamte Modul "Finanzmanagement" in 2 Tagen zu kommunizieren vermag 3, auf unserer Studentenseite verloren?
Wohlgemerkt, Sakura Budo Science Vienna ist nach eigenen Angaben ein internationaler wissenschaftlicher Verein und beschäftigt auch ernstzunehmende Wissenschaftler, dieser Eindruck soll durch obig Stehendes nicht getrübt werden, ich wundere mich nur, was Werbung für ein zweiundzwanzigtausend-euro-BMA, dessen ausgewiesene Zielgruppen dezidiert in den Reihen der "Führungs- und Führungsnachwuchskräfte, Kampfkunst-Interessierte[n], Freiberufler und Verbandsfunktionäre" zu suchen sind 4, auf der Hauptseite unseres Japanologie-Studenten-Forums zu suchen hat, wo doch in solchen Fällen ein normaler Forenpost dem Wesen der Informationsvermittlung in ausreichendem Maße Rechnung zu tragen vermag.
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#2
Hallo Sastkrypt.

Zitat:Was hat ein Text über den Management MBA Japan, ein Lehrgang, in dem "erstmals geballtes Management-Wissen auf traditionelle fernöstliche Weisheit" 1 trifft, der mehr als 22.000 Eu. kostet (über 300 000 Schilling also) und (neben anderen Möglichkeiten) als Voraussetzung die "Hochschulreife", also die Matura verlangt, und gleichzeitig "mehr mentale Stärke [...] und Gelassenheit durch Erlernen von Budo- und Zen-Prinzipien" verspricht 2, sowie das gesamte Modul "Finanzmanagement" in 2 Tagen zu kommunizieren vermag 3, auf unserer Studentenseite verloren?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten. Smile
Ich wurde von Fr. Szemethy gebeten, es auf die Homepage zu stellen.
Ich persönlich bin von diesem MBA überhaupt nicht begeistert. D Ich frage mich ein bisschen, was der für Werte vermitteln soll... davon abgesehen habe ich sowieso das Gefühl, dass derzeit alle möglichen (kostenpflichtigen) Masterprogramme wie Pilze aus dem Boden schießen und eine ganze Menge Leute eine ganze Menge Kohle mit Wissen verdienen wollen, dass sie selbst anno dazomal noch gratis erwerben konnten/durften. Aber nur weil ich der Meinung bin, dass es wahrscheinlich eine ganze Menge Krempl ist, heißt das ja noch lange nicht, dass es andere, die evtl. grad mal 5.500 € pro Semester locker haben, sich nicht dafür interessieren könnten. Daher hab ich da mal meine ganz persönlichen Interessen auf die Seite geschoben und es trotzdem hochgestellt. ^^ Wenn hier natürlich einige der Meinung sind, dass es vollkommener Schwachsinn ist, es auf die Ankündigungen hochzuladen, nehme ich es gerne auch wieder runter. Smile

LG
Pilgrim
 
#3
Danke für die Auskunft, jetzt bin ich im Bilde. Smile Ja, mal sehen, ob sich noch wer dagegen ausspricht oder ob nur wir zwei so empfindlich sind. side
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#4
Empfindlichkeits-count 3
 
#5
Counter auf 4 angehoben.

Habe schon vor rund einem Monat davon gehört, aber Summa Summarum 22.000€+ sind echt unter (oder über?) aller Sau.

Noch dazu muss man 2x nach Japan fliegen.

Entschuldigung, aber der typische Japanologie könnte dort eher unterrichten, als sich dort etwas über Budo und Zen (Was sowieso schlichtweg FALSCH ist, siehe http://www.thezensite.com/ZenEssays/Crit...rchery.pdf Smile
 
#6
Ich bin auch gerade auf den tollen Lehrgang gestoßen, und die Google Suche nach "Sakura Budo MBA Blödsinn" führte zu diesem Thread. Passend. So ein Schwachsinn! *Counter auf 5 angehoben*
 
#7
Counter 5 reicht mir. ^^

Wurde also runtergenommen. Smile

LG
Pilgrim
 
#8
Hi,

erstmals, ich arbeite bei besagtem Verein und bin zugleich Student an der Japanologie. Ich denke, ich muss doch noch ein paar Details zu diesem Thread beitragen, weil dieser MBA hier schon in einem arg schlechten Licht steht.
Es sei natürlich jedem selbst überlassen, was er von privaten Studiengängen hält, das Zielpublikum ist aber aus mehreren Gründen sicher nicht der Standard-Japanologie-Student. Die Kosten für den Kurs sind übrigens nicht wesentlich höher als vergleichbare Angebote, ein Student wird sich sowas allerdings im Allgemeinen nicht leisten können, das ist auch klar (Was die Kosten angeht, gibt es natürlich auch Förderungen und Stipendien, die man beantragen kann) Der Kurs ist aber berufsbegleitend gedacht und als Fernstudium aufgebaut, davon, dass das ganze Modul Finanzmanagement in 2 Tagen abgenudelt wird, kann also keine Rede sein, da dass nur die Kontaktstunden sind. Den Studenten steht also auch noch einiges an Selbststudium bevor.
Zur Qualität der Lehre muss man wohl doch auch noch sagen, dass viele der Vortragenden an der Japanologie bekannt sein dürften (Fleur Wöss zum Beispiel, oder auch Jörg Mahlich und Wolfram Manzenreiter, das steht aber mit Sicherheit an entsprechender Stelle auf der HP), die Qualität der Lehre ist also weitgehend Sichergestellt, würde ich behaupten.

Diese Geschichte mit Budō und Zen ist mit Sicherheit historisch eher nicht zu begründen, nur muss man halt auch sehen, dass dieser Gedanke einer Verbindung von Budō und Zen seit der 2. Hälfte des 20.Jahrhunderts recht stark verbreitet ist. Und das ist halt nicht nur Gedankengut, welches von schlecht informierten Europäern oder Herrigels transportiert wurde, sondern auch bei dem ein oder Anderen japanischen Großmeister zu finden ist (Wenn auch diese Verbindung natürlich eher eine invented tradition ist). Historisch ist der Kontakt dieser beiden Disziplinen eher aus der Fecht-Ecke gekommen, vor allem die Yagyû-Schule, sowie zu Zeiten der institutionalisierung der Budō-Disziplinen ( ab 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts)Yamaoka Tesshû und seine Schüler wären zu nennen, es ist also nicht so, dass das völlig aus der Luft gegriffen ist. Auch hier ist es ja durchaus interessant, dass die Schriften Herrigels -bei allen Problemen, die man mit der Person haben kann (die ich auch habe) - auch in Japan auf fruchtbaren Boden gefallen sind und man auch wieder Fragen kann, ob dieser Zusammenhang nur deswegen Blödsinn ist, weil die historische Verbindung keinen kausalen Zusammenhang nahelegt.

So, das wär mein Senf dazu, hoffe, dass ich ein paar Mißverständnisse ausräumen konnte und wünsche noch eine schöne Woche, ich stimme allerdings damit überein, dass die Werbung für den MBA auf dieser Homepage nicht unbedingt etwas zu suchen hat,

lg
 
  




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